Krankengymnastik in der Neurologie München

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Wir möchten euch mit der Therapieform E.-Technik. Das Hanke-Konzept eine weitere Behandlungsmöglichkeit in der Physiotherapie vorstellen:

Was ist E. – Technik. Das Hanke-Konzept

Bei der E. – Technik handelt es sich um eine neurophysiologische Therapie auf entwicklungskinesiologischer Basis.

Hierbei werden Grundbewegungsmuster, im Sinne der Reflexlokomotion, durch Bahnung rekonstruiert und in die Alltagsmotorik integriert. Der Ablauf der Therapie erfolgt unwillkürlich, aktiv und komplex.

Definition Grundbewegungsmuster

  • Sind genetisch Codiert
  • Zeigen sich in der Lebensanfangsmotorik
  • Sind Basis für jegliche Form von Bewegung und Haltung
  • Orientieren sich an der Realmotorik
  • Zeigen Fortbewegungstendenzen
  • Sind subcortical veranlagt
  • Sind Basisbausteine für den aufrecht gehenden Menschen
  • Sind reziprok
  • Sind physiologisch
  • Sind reflektorisch
  • Sind beliebig oft abrufbar
  • Sind ökonomisch

Definition Reflexlokomotion 

Die Reflexlokomotion ist ein Begriff aus der Entwicklungskinesiologie. Hierbei wird u. a. der Weg des Säuglings in den aufrechten Stand beschrieben. Wir unterscheiden hierbei

 a)  Reflexkriechen: Ein phylogenetisches Muster, das der Säugling zum Ende des ersten Trimenons erreicht hat.

b)    Reflexdrehen: Ein ontogenetisches Muster, das der Säugling zum Ende des zweiten Trimenons erreicht hat.

 Definition Bahnung 

Ist die qualitative Veränderung und Automatisation differenzierter Bewegungsabläufe durch gezieltes Einsetzten spezifischer Reize, mit dem Ziel, ideale ökonomische Bewegungsabläufe zu erreichen.

Durch gleichzeitige räumliche und zeitliche Summation, in definierten Ausgangsstellungen, wird der Zugang zu genetischen, subcorticalen Grundmustern möglich.

 Ablauf der E.-Technik 

Die Muster „Kriechen“ und „Drehen“ bilden die Startpositionen für die E. – Technik. Diese realmotorischen Muster haben für das ZNS einen hohen Wiedererkennungswert. Für die Behandlung stehen dem TherapeutenINNEN sogenannte „Aktionsverstärker“ zur Verfügung, welche die Anpassungsreaktionen im IST- /SOLLWERT Abgleich in der Startposition unterstützen und erleichtern.

Aktionsverstärker sind unter anderem gezielte Muskeldehnungsimpulse die überwiegend mit dem Kleinfingerballen oder den Fingerkuppen weich und mit leichter Drehung in das zu verändernde Gebiet „gesetzt“ werden. Die entstehenden Reize in der Muskulatur und Haut werden an das ZNS weitergeleitet.

Der IST- /SOLLWERT Abgleich in der Startposition kann dadurch in den systematisch „angesprochenen“ Gebieten des Körpers verstärkt werden.

Ziele der E.-Technik

  1. Schmerzfreiheit
  2. Wiederherstellung von Beweglichkeit und Körpergefühl
  3. Optimierung der Leistungsfähigkeit im Alltag und Beruf
  4. Verbesserung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens
  5. Annäherung an die natürliche und harmonische Bewegungsorganisation des menschlichen Körpers
  6. Wiederherstellung des physiologischen Zusammenspiels von Stabilität, Dynamik und Steuerung durch Nervenimpulse auf der Basis der „Intelligenz des Körpers“
  7. Bewegungen von vorgeschädigten Patienten so dosiert zu fordern, dass keine Blockierung der Selbstorganisation stattfindet
  8. Inter- und Intramuskuläre Koordination des Bewegungsapparates

 Vorteile der E. – Technik:

  • Neurophysiologische Therapie die durch ihren unwillkürlichen Ablauf eine Ergänzung zu willkürlicher und passiver Therapie darstellt
  • Keine Überforderung des Patienten möglich, da ZNS die Bewegungsabläufe steuert und kontrolliert
  • Hat einen direkten Einfluß auf das vegetative Nervensystem, speziell Atemregulierung, Vasomotorik und Sudomotorik

 Kontraindikationen:

Grundsätzlich bestehen keine klassischen Kontraindikationen. Allerdings sollten Patienten mit ausgeprägten Herzrhythmusstörungen z. B. Absolute Arhythmien einer regelmäßigen Pulskontrolle während der Therapie unterzogen werden. Zudem sollte der Einsatz der Therapie bei Patienten mit psychischen Störungen und der Einnahme von Psychopharmaka sorgfältig beobachtet werden.

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